Zündkerzen wechseln: Intervall, Drehmoment, Wärmewert
Der Kerzenwechsel gehört zu den Arbeiten, die planbar sind. Anders als ein Defekt kündigt sich der Verschleiß über die Laufleistung an, und das Intervall steht im Serviceheft. Was dabei zählt, sind vier Größen: das Intervall, das Anzugsdrehmoment, der Wärmewert und der Elektrodenabstand.
Das Wechselintervall
Ein festes Intervall für alle Fahrzeuge gibt es nicht. Es hängt am Werkstoff der Elektroden und an der Vorgabe des Fahrzeugherstellers. Grob gilt: Nickelkerzen halten am kürzesten, Platin- und Iridiumkerzen deutlich länger, weil die Edelmetallspitzen langsamer abbrennen. Aufgeladene Motoren mit Direkteinspritzung verlangen in der Regel kürzere Intervalle als Saugmotoren, weil dort im Brennraum höhere Drücke herrschen.
Maßgeblich ist immer die Angabe im Serviceplan Ihres Fahrzeugs. Kurzstrecke, Anhängerbetrieb und Gasanlagen verkürzen das Intervall zusätzlich.
Das Anzugsdrehmoment
Zündkerzen werden mit dem Drehmomentschlüssel angezogen, nicht nach Gefühl. Die Vorgabe steht in den Fahrzeugunterlagen und unterscheidet sich je nach Gewindemaß und Zylinderkopfwerkstoff.
Was passiert bei falschem Drehmoment:
| Fehler | Folge |
|---|---|
| Zu fest angezogen | Gewinde im Zylinderkopf beschädigt, Isolator kann reißen |
| Zu lose | schlechte Wärmeableitung, Kerze wird zu heiß, Dichtsitz undicht |
| Schräg eingedreht | Gewinde im Kopf zerstört, aufwendige Reparatur |
Deshalb: Die neue Kerze zuerst von Hand eindrehen, bis sie ohne Widerstand sitzt. Erst dann den Schlüssel ansetzen. Lässt sie sich nicht von Hand eindrehen, sitzt sie schief.
Der Wärmewert
Der Wärmewert beschreibt, wie schnell eine Kerze die Wärme aus dem Brennraum an den Zylinderkopf abgibt. Eine kalte Kerze leitet Wärme schnell ab und eignet sich für hoch belastete Motoren. Eine heiße Kerze hält die Wärme länger und bleibt dadurch auch im Kurzstreckenbetrieb frei von Belägen.
Der Wärmewert ist Teil der Herstellerbezeichnung und darf nicht verändert werden. Eine zu heiße Kerze kann Glühzündungen auslösen, eine zu kalte verrußt. Wer sich an die OE-Referenz hält, bekommt automatisch den richtigen Wärmewert — das ist der Hauptgrund, warum die Nummer auf der alten Kerze so wichtig ist.
Der Elektrodenabstand
Bei modernen Iridium- und Platinkerzen ist der Elektrodenabstand ab Werk gesetzt und wird nicht nachgebogen. Die feinen Edelmetallspitzen sind dafür zu empfindlich; ein Biegeversuch kann die Spitze abbrechen lassen. Nur bei einfachen Nickelkerzen war das Nachstellen früher üblich.
Im Betrieb wächst der Abstand durch Abbrand langsam an. Genau das ist der Verschleiß, der irgendwann zu Aussetzern führt — und der Grund für das Wechselintervall.
Wie viele Kerzen brauche ich?
Eine Kerze je Zylinder. Das bedeutet:
| Motor | Kerzen |
|---|---|
| Dreizylinder | 3 |
| Vierzylinder | 4 |
| Reihensechszylinder | 6 |
| Achtzylinder | 8 |
Ausnahme sind einzelne ältere Motoren mit Doppelzündung, die zwei Kerzen je Zylinder haben. Im Zweifel zählen Sie die Zündspulen.
Und hier liegt der praktische Unterschied zu den meisten Anbietern: Wir verkaufen jede Zündkerze einzeln. Sie stellen die Stückzahl im Warenkorb ein und bekommen genau diese Menge — auch fünf oder sieben, wenn Sie eine Kerze in Reserve legen oder zwei Fahrzeuge versorgen wollen. Ein festes Satzraster gibt es bei uns nicht.
Werkzeug, das gebraucht wird
Ein Kerzenschlüssel mit Gummieinlage oder Magnet hält die Kerze beim Ein- und Ausbau fest, damit sie nicht in den Schacht fällt. Dazu kommen eine Verlängerung, ein Kardangelenk für schlecht zugängliche Zylinder und ein Drehmomentschlüssel im passenden Messbereich. Die gängigen Schlüsselweiten liegen bei 14 und 16 Millimeter; welche Weite Ihr Motor braucht, steht in den Fahrzeugunterlagen.
Der Ablauf in Kurzform
1. Motor abkühlen lassen. Kerzen werden nie im heißen Zylinderkopf gelöst. 2. Kerzenschacht ausblasen oder aussaugen, damit kein Schmutz in den Brennraum fällt. 3. Zündspule beziehungsweise Stecker vorsichtig abziehen. 4. Kerze mit dem passenden Kerzenschlüssel lösen und herausdrehen. 5. Neue Kerze von Hand eindrehen, dann mit dem Drehmomentschlüssel nach Herstellervorgabe anziehen. 6. Zündspule bis zum spürbaren Sitz aufschieben. 7. Fehlerspeicher auslesen und löschen lassen, danach Probefahrt.
Der Einbau sollte durch Fachpersonal erfolgen.
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