Welches Verteilergetriebe habe ich? So bestimmen Sie den ATC-Typ an Ihrem BMW
Viele Telefonate beginnen ähnlich: "Ich brauche ein Verteilergetriebe für meinen X3." Auf die Frage nach dem ATC-Typ kommt dann oft dieselbe Antwort — den kennt kaum jemand. Das ist völlig normal. Der Typ steht in keinem Fahrzeugschein und in keiner Bedienungsanleitung. Er steht auf dem Typenschild am Getriebe, und das sitzt unter dem Fahrzeug. Diese Seite zeigt Ihnen drei Wege, wie Sie trotzdem sicher zum richtigen Typ kommen.
Warum der Typ überhaupt entscheidend ist
BMW hat den xDrive über die Jahre in mehreren Baugrößen gebaut. Ein ATC300 aus einem E90 und ein ATC450 aus einem X5 E70 machen technisch dasselbe: Sie verteilen über eine elektronisch gesteuerte Lamellenkupplung die Kraft, im Normalbetrieb rund 40 Prozent nach vorn und 60 Prozent nach hinten, in Kurven bis zu 80 Prozent nach hinten, ab etwa 180 km/h fährt der Wagen als reiner Hecktriebler. Aber sie unterscheiden sich in Baugröße, Flanschbild, Steckerbelegung, Abtriebslänge und in der Auslegung des Lamellenpakets auf das Drehmoment des jeweiligen Motors.
Ein Getriebe, das im Nachbarmodell sitzt, passt deshalb oft mechanisch nicht — und wenn es passt, dann nicht unbedingt zur Steuerung. Deswegen fragen wir vor jedem Verkauf nach dem Typ oder nach der Fahrgestellnummer.
Weg 1: Das Typenschild am Getriebe
Der sicherste Weg ist der direkte Blick. Das Verteilergetriebe sitzt im Antriebsstrang hinter dem Hauptgetriebe, mittig unter dem Fahrzeug. Auf dem Gehäuse befindet sich ein Aufkleber oder eine eingeprägte Platte mit der Typbezeichnung, meist in der Form ATC gefolgt von der Kennziffer, dazu eine Teile- und eine Seriennummer.
In der Praxis heißt das: Fahrzeug sicher aufbocken, Unterfahrschutz gegebenenfalls abnehmen, Schild sauber wischen, Foto machen. Ein scharfes Foto des Typenschilds beendet jede Diskussion über Passgenauigkeit.
Weg 2: Über Baureihe und Motorisierung
Wenn das Fahrzeug nicht auf die Bühne kann, hilft die Zuordnung über die Baureihe. Diese Übersicht deckt die gängigen Fälle ab:
- ATC13 — G-Serie: G20, G21, G22, G30, G31, G11, G01, G02, G05, G06
- ATC300 — 3er und 5er der Baureihen E60, E61, E90, E91, E92
- ATC350 — E84, F01, F07, F10, F30, F31
- ATC35L — E84 X1, F07, F10, F11, F30, F34, F36; Längsbauweise, für die stärkeren Motorisierungen
- ATC400 — X3 E83, also die erste X3-Generation
- ATC450 — X3 F25, X5 E70, X6 E71
- ATC45L — X3 F25, X5 F15, X6 F16, dazu X5 M und X6 M
- ATC500 und ATC700 — weitere Varianten
Sie sehen an dieser Liste selbst, wo die Schwierigkeit liegt: Mehrere Baureihen tauchen bei mehr als einem Typ auf. Ein F30 kann einen ATC350 oder einen ATC35L haben, ein X3 F25 einen ATC450 oder einen ATC45L. Was den Ausschlag gibt, ist die Motorisierung. Die Längsbauweise mit dem Kürzel L wurde für die drehmomentstärkeren Motoren verbaut. Die Baureihe allein reicht in diesen Fällen also nicht aus.
Weg 3: Über die Fahrgestellnummer
Die Fahrgestellnummer ist der zuverlässigste Weg, wenn kein Blick unters Auto möglich ist. Sie steht in der Zulassungsbescheinigung Teil I im Feld E, außerdem am Fahrzeug selbst, je nach Baureihe im Motorraum, an der A- oder B-Säule oder unter der Windschutzscheibe.
Über die Fahrgestellnummer lässt sich das Fahrzeug eindeutig auflösen: Baureihe, Motor, Getriebe, Produktionsdatum und die tatsächlich ab Werk verbauten Teilenummern. Damit fällt die Unsicherheit weg, die bei der reinen Baureihenzuordnung bleibt. Auch Fahrzeuge aus Übergangszeiträumen, bei denen BMW innerhalb einer Baureihe gewechselt hat, sind so sauber zu bestimmen.
Deshalb unsere klare Empfehlung: Im Zweifel geben Sie uns die Fahrgestellnummer durch. Dann bestimmen wir den Typ sicher, statt zu raten.
Was Sie sich sonst noch notieren sollten
Hilfreich sind neben der Fahrgestellnummer immer: Baureihe, Baujahr, Motorleistung, Handschalter oder Automatik. Diese Angaben klären in wenigen Minuten, was sonst zu einer Fehllieferung führt.
Bevor Sie bestellen
Prüfen Sie außerdem, ob wirklich das Verteilergetriebe die Ursache ist. Ruckeln im warmen Zustand beim Beschleunigen, Ruckeln beim Rangieren, Hüpfen in Kurven bei langsamer Geschwindigkeit und Meldungen der Traktionskontrolle sprechen dafür. Ein Schleifgeräusch, Brummen oder Heulen, das von vorne links unter dem Gaspedal kommt, deutet dagegen auf das Vorderachsgetriebe hin. Und unabhängig vom Bauteil gilt: Nach jedem Eingriff am xDrive muss über ISTA unter Servicefunktionen, Antrieb, VTG Getriebesteuerung eine Kalibrierung durchgeführt werden, gefolgt von rund 200 Kilometern Einlernfahrt.
Wenn Sie den Typ nicht sicher bestimmen können, rufen Sie uns an: 0163 - 1553322, auch per WhatsApp. Fahrgestellnummer durchgeben genügt, wir sagen Ihnen, welches Getriebe verbaut ist und was wir passend dazu vorrätig haben — mit 12 Monaten Garantie bei Versand und 15 Monaten bei Einbau in unserer Werkstatt Autozentrum Garbsen.
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