Verteilergetriebe wechseln — der Ablauf im Meisterbetrieb, die Dauer und was danach passiert
Viele Kunden geben ihr Auto ab und wissen nicht, was danach in der Werkstatt geschieht. Das verunsichert, gerade weil ein Verteilergetriebe kein Teil ist, das man mal eben tauscht. Diese Seite beschreibt den Ablauf Schritt für Schritt, mit den Zeiten dahinter.
Schritt 1: Fahrzeug annehmen
Am Anfang steht das Gespräch, nicht der Schrauber. Wir fragen, was der Wagen genau macht und wann. Ruckelt es im warmen Zustand beim Beschleunigen? Ruckelt es beim Rangieren? Hüpft der Wagen in Kurven bei langsamer Geschwindigkeit? Stottert er? Leuchtet die 4x4-Lampe, greift die Traktionskontrolle ein?
Diese Angaben grenzen ein, ob wirklich das Verteilergetriebe die Ursache ist oder ein anderes Bauteil im Antriebsstrang. Dazu kommen Fahrgestellnummer und Baureihe, um den ATC-Typ zu bestimmen.
Schritt 2: Demontage
Der Wagen geht auf die Bühne, das Verteilergetriebe kommt heraus. Für Demontage und Montage zusammen rechnen wir mit 4 Stunden. Ist zusätzlich das Vorderachsgetriebe betroffen, kommen dafür 6 bis 10 Stunden hinzu, je nach Fahrzeug und Motorisierung. Das Vorderachsgetriebe sitzt vorne links unter dem Gaspedal; ob es mit heraus muss, entscheidet sich an Geräuschen wie Schleifen, Brummen oder Heulen.
Schritt 3: Montage
Das Austauschgetriebe geht ins Fahrzeug, Antriebswellen und Anschlüsse werden gesetzt, die Verschraubungen mit Drehmoment angezogen. In das Verteilergetriebe gehört BMW DTF-1. Das reguläre Ölwechselintervall liegt bei 60.000 Kilometern; nach dem Getriebetausch beginnt es neu.
Schritt 4: Kalibrierung über ISTA
Der Schritt, ohne den alles davor wertlos ist. Über ISTA wird unter "Servicefunktionen" → "Antrieb" → "VTG Getriebesteuerung" → "Kalibrierung" der Nullpunkt des Stellmotors neu eingelernt. Dieselbe Routine startet auch ein Launch- oder Autel-Diagnosegerät, sodass Betriebe ohne BMW-Werksdiagnose diesen Schritt selbst abschließen können. Erst danach weiß die Steuerung, mit welchem Weg sie welchen Anpressdruck erzeugt, und kann die Verteilung von etwa 40 Prozent vorn zu 60 Prozent hinten wieder sauber regeln.
Beim Vorderachsgetriebe ist das anders: Dort ist keine Programmierung nötig, es wird nicht kalibriert und es gibt auch keine Einlernfahrt. Nach der Montage ist das Vorderachsgetriebe fertig.
Schritt 5: Probefahrt
Nach der Kalibrierung fährt ein Meister den Wagen selbst — kalt und warm, im Rangierbetrieb und unter Last. Viele der typischen Symptome zeigen sich erst, wenn das Getriebe auf Betriebstemperatur ist. Erst wenn diese Fahrt sauber verläuft, geht das Fahrzeug zurück an den Kunden.
Schritt 6: Übergabe
Bei der Übergabe erklären wir, was gemacht wurde und was in den nächsten Kilometern zu erwarten ist. Wichtig ist dabei vor allem der letzte Punkt, weil er nicht in der Werkstatt stattfindet, sondern beim Kunden auf der Straße.
Schritt 7: Einlernfahrt über rund 200 Kilometer
Die Einlernfahrt von rund 200 Kilometern fährt der Kunde selbst. In dieser Phase passt die Steuerung ihre Regelwerte an die neuen Reibverhältnisse an. Ein leicht verändertes Ansprechverhalten am Anfang ist normal und wird von Fahrt zu Fahrt geringer. Was nach 200 Kilometern noch ruckelt oder hüpft, gehört noch einmal auf die Bühne.
Was vorher mit dem Austauschgetriebe passiert ist
Die folgenden Arbeiten gehören zur Instandsetzung des Getriebes selbst und finden nicht am Fahrzeug statt. Sie sind längst erledigt, bevor das Getriebe eingebaut wird.
Das Getriebe kommt auf die Bank und wird zerlegt und gereinigt, denn ein verölter Innenraum verdeckt genau die Spuren, auf die es ankommt: Laufbahnen, Verzahnungen, Anlaufflächen, Kugelrampe, Lamellenpaket. Erst mit den Teilen sauber vor sich lässt sich sagen, was wirklich passiert ist — ob nur die Lager ausgeschlagen sind, ob die elektronisch gesteuerte Lamellenkupplung verschlissen ist, weil sie über lange Zeit gegen unterschiedliche Reifenumfänge arbeiten musste, ob der Stellmotor gelitten hat oder Material in den Ölkreislauf gelangt ist.
Erneuert wird nach Zustand, aber nicht sparsam. Lager werden im Satz getauscht, weil die übrigen dieselbe Laufleistung hinter sich haben. Dichtungen und Wellendichtringe gehen grundsätzlich neu ein. Ist das Lamellenpaket betroffen, wird es ersetzt, nicht nachgearbeitet. Beim Zusammenbau zählen Drehmomente, Spiel und Sauberkeit.
Was Ein- und Ausbau kosten
Für die Arbeit am Fahrzeug gelten in unserer eigenen Werkstatt feste Preise, unabhängig davon, wie lange die Schrauben sich wehren:
- Ein- und Ausbau Verteilergetriebe: 390 €
- Ein- und Ausbau Vorderachsgetriebe: 690 €
- Ein- und Ausbau Vorderachsgetriebe bei V8-Fahrzeugen: 890 €
Darin stecken die Schritte am Fahrzeug: Demontage, Montage, Kalibrierung über ISTA und Probefahrt. Beim Vorderachsgetriebe entfällt die Kalibrierung. Das Getriebe selbst sowie zusätzliche Arbeiten am Antriebsstrang kommen je nach Fahrzeug hinzu und nennen wir auf Anfrage. Alle Ein- und Ausbaupreise im Überblick finden Sie auf unserer Preisseite.
Dass es ein Festpreis ist und keine Schätzung, ist gerade bei diesem Ablauf entscheidend: Wie viel Zeit Demontage und Montage wirklich kosten, zeigt sich erst auf der Bühne. Für Sie ändert das nichts an der Rechnung.
Wo die Arbeit ausgeführt wird
AZ-Teile hat mit dem Autozentrum Garbsen eine eigene Werkstatt, in der Instandsetzung, Einbau und Kalibrierung unter einem Dach stattfinden. Wenn Garbsen für Sie zu weit ist: Unter Passende Werkstatt finden stehen unsere Partnerwerkstätten in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Was der Ein- und Ausbau dort kostet, legen die Partnerbetriebe selbst fest; dieser Preis gilt auf Anfrage.
Auf versendete Getriebe geben wir 12 Monate Garantie, bei Einbau in unserer eigenen Werkstatt 15 Monate. Wenn Sie wissen möchten, wie der Ablauf bei Ihrem Fahrzeug konkret aussieht und wie lange der Wagen steht, rufen Sie uns an: 0163 - 1553322, auch über WhatsApp.
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